Das HiFi Studio

Vierzig Jahre sind naturgeschichtlich gesehen nur ein Wimpernschlag. Für einen Familienbetrieb, wie unser geliebtes HiFi-Studio Bramfeld, sind volle vier Dekaden jedoch eine bemerkenswerte Zeitspanne, die Höhen und Tiefen beinhaltet, vor allem aber zahlreiche Erinnerungen und Geschichten.

Zu den wichtigsten Stories gehört dabei natürlich die Entstehung der Norddeutschen HiFi-Tage, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern und inzwischen zu den größten Veranstaltungen ihrer Art im gesamten Nordeuropäischen Raum zählen dürfte.

Gegründet wurde das Ladengeschäft in der belebten Bramfelder Chaussee im Jahr 1975 von Irmtraut, Wilhelm und Sohn Wolfgang Borchert. Von Anfang an stand dabei der gute Ton im Mittelpunkt des Angebots, das damals Marken wie JBL, Harman Kardon, Thorens, Sony, Technics, Tandberg, Marantz, Canton, Teac, Revox, Nakamichi und diverse andere große Namen dieser Zeit umfasste. Manche dieser Marken sind nach wie vor bekannte Größen, andere wiederum sind leider in der Versenkung verschwunden. Vor allem Bandmaschinen und Tape-Decks (oder „Kassettenrecorder“) sind heute obsolet. Alten HiFi-Hasen werden Namen wie Nakamichi oder Tandberg dennoch flüssig über die Zunge gehen, auch wenn sie ganz oder zumindest weitgehend von der großen HiFi-Bühne verschwunden sind. Etwa 30 Jahre lang hat Wolfgang Borchert das Geschäft alleinverantwortlich geleitet. Seit Dezember 2017 ist Ivonne Borchert-Lima als weitere Geschäftsführerin hinzugestoßen.

Insgesamt sind heute sechs Festangestellte und eine Teilzeitkraft für die Geschicke des Ladengeschäftes zuständig. Das Studio hatte anfangs nur etwa ein Drittel der heutigen Ladenfläche. Die untere Etage diente Beispielsweise zunächst nur als Lager und wurde später für einen gewissen Zeitraum als Videothek genutzt. Anfang der 90er wurde das Ladengeschäft dann stark erweitert und um attraktive Hörstudios ergänzt. Heute stehen drei separate Hörstudios mit Wohnraumcharakter und ein offenes Studio zur Verfügung. Einer dieser Räume ist zudem als Kinoraum nutzbar und mit Wandeinbau-Lautsprechern, Subwoofern, Beamer u.s.w. ausgestattet. Und last but not least gibt es eine gemütliche Kopfhörerecke mit großer Auswahl. Auch Schallplatten und CDs finden sich im Angebot.

Neben dem Hauptgeschäft, der Betreuung von HiFi-Fans im Ladengeschäft, übernahm das Unternehmen Mitte der Neunziger Jahre erstmals auch Vertriebsaufgaben und belieferte andere Händler in Deutschland mit Produkten von Flatline und Avik Racks. Mitte der 90er Jahre entstand gemeinsam mit Matthias Böde vom Magazin „STEREO“ die Idee für einen Workshop, um Kunden das Thema HiFi und High End in all seinen Facetten noch näher zu bringen. 1996 fand dann unter der Überschrift „Das Tor zur Klang-Welt“ eine erste Veranstaltung im Ladengeschäft mit Workshop-Charakter statt. Im Laufe der folgenden Jahre wurden die Workshops regelmäßig durchgeführt und waren so gut besucht, dass über eine Ausweitung nachgedacht wurde.

Die Idee für eine richtige Messe außerhalb der Geschäftsräume des HiFi-Studio Bramfeld war geboren. 2005 war es dann so weit. Die erste Veranstaltung außerhalb der Studio-Räume fand in Schnelsen im Novotel, dem heutigen Park-In statt. Zwar noch nicht unter dem Namen Norddeutsche HiFi-Tage, sondern im Rahmen des 30-jährigen Firmenjubiläums und in einem zu heute bescheidenen Umfang mit nur 12 Ausstellern, aber hier lag die Geburtsstunde der heutigen Messe mit ihren über 100 Ausstellern. Am Abend der Veranstaltung nahm Rolf Gemein von Symphonic Line Wolfgang Borchert zur Seite und ermunterte ihn zur Weiterführung bzw. zum Ausbau der Idee, hin zu einer echten HiFi-Messe. Gesagt, getan. Das Konzept kam bei den Besuchern so gut an, dass die Messe schon im vierten Jahr aus Platzgründen in das Holiday Inn ausweichen musste. Zunächst wurden dabei nur das EG und ein Teil des 1. Obergeschosses genutzt. Heute sind insgesamt 7 Etagen belegt!
Die Norddeutschen HiFi-Tage gehören damit zu den größten Veranstaltungen ihrer Art im norddeutschen, wenn nicht gar im nordeuropäischen Raum.

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